JAZZ CIRCLE ZÜRICH: PROGRAMM 2. Trimester 2005

2.Mai, 9.Mai, 16.Mai(w/Pfingsten kein Anlass), 23.Mai, 30.Mai, 6.Juni, 13.Juni, 20.Juni, 27.Juni, 4.Juli

2. Mai George "Big Nick" Nicholas

Mario Schneeberger

"Big Nick" Nicholas, der Tenorsaxofonist mit dem vollen, warmen Ton, spielte seine erste Platte im Alter von 61 Jahren ein. Seine grösste Bekanntheit erreichte er 1948 in der Big Band von Dizzy Gillespie. Unter Musikern hoch geschätzt, widmete ihm John Coltrane die Komposition "Big Nick". Lange Zeit vergessen, gelang ihm 1979 ein Comeback. Seine wechselvolle Karriere wird anhand der spärlichen Tondokumente nachgezeichnet. Wir hören unter anderem Aufnahmen mit Tiny Bradshaw, Hot Lips Page, Dizzy Gillespie, Dusty Fletcher und mit seiner eigenen Band.

9. Mai Charlie Parker - zum 50. Todestag

Armin Bruder

Vor 50 Jahren, am 12. Marz 1955, ist Charlie 'Bird' Parker im Alter van 35 Jahren im Appartement der Baronin Pannonica de Koenigswarter im Hotel Stanhope in New York verstorben. Charlie Parker war zweifelsohne eine der markantesten Musikerpersönlichkeiten in der bisherigen Geschichte des Jazz (neben andern grossen Musikern wie z.B. Louis Armstrong, Duke Ellington, John Coltrane). Als Mensch war Charlie Parker ein überaus komplexes Wesen; sein Leben verlief mehrheitlich chaotisch, nicht zuletzt infolge seiner Suchtprobleme (Rauschgift, Alkohol), die wesentlich zu seinem frühzeitigen Tod beigetragen haben. Als Musiker war er jedoch ein absolutes Genie (der im Jazz oft strapazierte Geniebegriff macht bei ihm durchaus Sinn). Charlie Parker war massgeblich beteiligt an der Entstehung des Bebop, und mit seinen grandiosen Improvisationen wurde er rasch zum Inbegriff des Bebop, zum Mr. Bop himself. Nachdem der Referent Charlie Parker vor 20 Jahren in einer 6-teiligen Folge bereits einmal präsentiert hat, widmet er ihm nun zum Anlass des 50. Jahrestages seines Todes nochmals einen Abend.

16. Mai No Session - Pfingstmontag


23. Mai LIVE JAZZ: Richard Lipiec-Alessandro d'Episcopo Duo

Verschiebung vom 11. Apr.2005 w/ damaligem Anlass der Jazzschule

Martin Stump

Wir schätzen uns ausserordentlich glücklich, diese beiden Jazz-Profis für ein Konzert bei uns im Jazz Circle zu gewinnen. Der eine, Richard Lipiec (saxes, fl, cl), ursprünglich aus dem nördlichen Polen, wie der andere, Alessandro d'Episcopo (p), ursprünglich aus dem südlichen Neapel, haben in den letzten 20 Jahren einen festen Platz in der Schweizer Jazzszene erobert. Gemeinsam haben sie schon früher wie auch kürzlich in Zürich im Quartett zusammengespielt und beide erteilen auch - jeder in seiner Sparte - als Musiklehrer Instrumentalunterricht. Richard Lipiec, in Polen als Berufsmusiker ausgebildet, spielte mit namhaften Jazzern wie Benny Waters, Wild Bill Davison, Kenny Clarke, Alvin Queen, Fritz Pauer, Vince Benedetti, Dado Moroni, Dusko Goykovich, Jimmy Woode u.a., und ist hier aus- serdem bekannt als langjähriges Mitglied des "Metronome Quintett". Alessandro d'Episcopo hat sich bereits mit 13 Jahren entschlossen, Jazzmusiker zu werden. Nach einer klassischen Ausbildung in Neapel ist er als junger Musiker nach Mailand, das damalige Zentrum des italienischen Jazz, gezogen. Dort hatte er Gelegenheit, mit bekannten Musikern wie Chet Baker, Tony Scott, Gianni Basso, Billy Cobham, Toots Thielemans usw. zusammen zu spielen. Seit seiner Jugend ist er geprägt von Chick Corea und Keith Jarrett als lebendiges Beispiel für musikalische Vielseitigkeit und Neugierde. Nach seiner Ausbildung am Konservatorium Montreux bei Thierry Lang in Jazz Performance und einer mehrjährigen Weiterbildung in Jazzimprovisation bei Charly Banacos in Boston /USA hat er, zurück in Zürich, mit Musikern wie George Robert, Franco Ambrosetti, Marianne Racine, Benny Bailey, Peter Appleyard usw. gespielt.

30. Mai Tones Parallel To Harlem - Virtuoso Territory Piano

Verschiebung vom 1. März, da Clublokal damals nicht verfügbar.

Kaspar Fischer

Hintergrund: Jazz und Blues in den 20ger- und 30ger-Jahren des 20. Jahrhunderts bildeten ein organisches, untrennbares Ganzes (-die Kategorisierung in Jazz und Blues war und ist ein Produkt von Historikern und Kritikern, welche in den meisten Fällen weder in dieser Zeit noch in den entsprechenden afroamerikanischen Gemeinschaften lebten). Paradebeispiel ist der König der Instrumente, das Klavier, sei es in den genialen Begleitungen von Bessie Smith durch James P. Johnson, oder denjenigen seines Schülers Fats Waller für andere Bluessängerinnen der 20ger-Jahre, oder deren bluesdurchtränkten Kompositionen- neben anderen Harlemiten, die Aehnliches leisteten. Die Pianokultur Harlems (in Form von Piano Rolls und Tonaufnahmen) strahlte auf andere Städte und Regionen aus, und umgekehrt lebte Harlem vom stetigen Strom einwandernder Musiker von überall her. Vordergrund: Kennen Sie die Pianovirtuosen Blind Leroy Garnett, Andy Boy, und Rob Cooper? Diese und eine Reihe anderer hochinteressanter und völlig zu Unrecht vergessener Pianisten aus diversen Regionen werde ich an diesem Abend vorstellen. In der Jazzgeschichtsschreibung wurden sie vermutlich vergessen, weil sie im Nachhinein als Bluespianisten kategorisiert wurden, was eben sehr relativ bis irrelevant war.

6. Jun. LIVE JAZZ: Das Melch Däniker Trio - 40-JÄHRIGES JUBILÄUM

Fernand Schlumpf

Das Ustermer Melch Däniker Trio feiert sein vierzigjähriges Jubiläum. Seit der Gründung war und ist diese Jazz Formation der feineren Art in Uster domiziliert. Dies ist der Grund, weshalb das Trio in den letzten Jahren auch oft unter dem Namen Jazz Club Trio oder SwissJazzOrama Trio in Erscheinung trat: sind doch der Pianist Melch Däniker und der Schlagzeuger Fernand Schlumpf massgeblich daran beteiligt, dass das SwissJazzOrama ebenfalls in Uster ansässig ist. Das Trio, welches seinerzeit am legendären Jazz Festival Zürich erste Preise erhielt, fällt immer wieder mit speziellen Produktionen auf: von Konzerten mit Grössen der Schweizer Jazz Szene über Konzerte mit klassischem Konzertmusikern bis hin zu kommentierten Konzerten. Die ersten Jahrzehnte spielte Peter Frei die Basslinien im Trio. Aus Zeit- und Kapazitätsgründen kamen später die Bassisten Roman Dylag und Vinzenz Kummer dazu, Seit gut drei Jahren spielt zeitweise Franta Uhlir aus Prag den Bass im Trio. Mit dem Bassisten Fridolin Berger präsentiert sich das Trio bisweilen auch in einer reinen Ustermer-Besetzung.

13. Jun. Blue Note Records - CHANGE TO MODERN JAZZ 1947-1954

Eddie Wyser

Mitte der Vierzigerjahre erkannten Alfred Lion und Francis Wolff, Besitzer der Blue Note Records, schnell, dass die Ära des Swings bald zu Ende ging. Sie beobachteten eine Zeit lang die Entwicklung des Bebops und entschlossen sich dann 1947, sich dem modemen Jazz zuzuwenden. Einer der ersten Musiker, welcher in diesem Jahr für Blue Note Aufnahmen machte, war Thelonious Monk. Blue Note entwickelte sich dann rasch zu einem der führenden Labels des Hardbop. In der Folge wurden zahlreiche interessante Aufnahmen gemacht, von denen viele zu wenig Beachtung fanden. Während Einspielungen mit Monk, Bud Powell, Miles Davis und Horace Silver immer wieder auf dem Markt erschienen, sind Aufnahmen aus dieser Zeit von James Moody, Howard McGhee, Wynton Kelly, Gil Mellé, Lou Donaldson, Kenny Drew, J.J. Johnson, Sal Salvador, Tal Farlow, Frank Foster oder George Wallington weit weniger bekannt. Titelverzeichnis mit Tonträgerangabe

20. Jun. Mein Weg zum Jazz

Ueli Beck

Herr Ueli Beck ist in breiten Bevölkerungskreisen bekannt. Ausbildung: Schulen in Zürich, Schauspielunterricht bei Ellen Widmann und Sigfrit Steiner, aber auch gelernter Buchhändler. Als Theater-Schauspieler: Diverse Engagements am Bernhard-Theater, am Zürcher Schauspielhaus und an vielen anderen Bühnen. Als Film-Schauspieler in Kinofilmen wie: "Der Herr mit der schwarzen Melone", "Chikita", "Der 42. Himmel", "Es Dach über em Chopf", "Die Schweizermacher", "Beresina". Als Film-Schauspieler in Fernsehfilmen wie "Parsennpatrouille", "Eiger", "PS" (NDR), "Tatort" (SF DRS), "Der Schmied seines GIücks" (NDR), "Die Direktorin" und "Weisch nu?" (beide SF DRS). Als Sprecher und Moderator im Radio DRS, seit 1965 bis zum "Ruhestand" vor 10 Jahren, in Sendungen wie "Nachtexpress", "Autosendung", Hörspielen, und eben auch Jazz-Sendungen. Seit dem "Ruhestand" in "Beidi wännd s Heidi", "Sexy Sepp", "My Fair Lady", "De dritt Früelig", "Herr Gottfried und Frau Stutz", "Walter Tell", "Abdankung", "Holzer's Peepshow", "Wissen Schafft" als Schauspieler. Die nächsten Auftritte folgen in "WISSEN SCHAFFT" im Casinotheater Winterthur vom 6. Juni bis 2. Juli, ferner in "JONAS UND MADELEINE" im KKL Luzern ab Dezember.

27. Jun. Roy Haynes - Part 2

"The Royal of Haynes"

Rene Schmutz

Der Schlagzeuger Roy Haynes hat in den letzten 30 Jahren als Leader eigener Gruppen mit jungen, vielversprechenden Musikern ein reichhaltiges Plattenwerk eingespielt. Er war aber auch als Sideman sehr aktiv, bei so unterschiedlichen Leuten wie Andrew Hill, Stan Getz, Gary Burton, Chick Corea, Alice Coltrane, Warne Marsh, Pat Metheney und einer Reihe anderer.

4. Jul. Earl "Fatha" Hines - Part 3: "Fine and Dandy"

Jörg Näf

Der dritte Abend, mit Earl Hines, ist den Jahren 1948 - 1959 gewidmet. Von Anfang 1948 bis Anfang 1951, war Earl Hines Mitglied bei Louis Armstrong and his All Stars. Danach war er immer wieder mit seinen Dixieland All Stars im "Hangover Club" in San Francisco engagiert. Drei Musiker waren über mehrere Jahre bei dieser Gruppe: Jimmy Archey Posaune, Darnell Howard Klarinette und Joe Watkins Schlagzeug. Bei den Trompetern und am Bass gab es einige Änderungen. Die Zeit nach Louis Armstrong war schwierig, Earl Hines begann in Vergessenheit zu geraten. Dennoch werden einige Studioaufnahmen zu hören sein, mit u. a. Buck Clayton und Barney Bigard; Benny Carter und Shelly Manne. Dazu Trio- und Soloaufnahmen, von welchen einige in Europa gemacht wurden.

Notabene: Im Herbst geht es nicht ab 12. September weiter, sondern erst am 3. Oktober.

In der Sommerpause wird das Lokal umgebaut mit Eröffnung im Oktober.

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